Heiliger Bischof Maternus / 11. September

Heiliger Bischof Maternus / 11. September

In der Liste der Trierer Bischöfe wird der heilige Maternus an dritter Stelle genannt, jedoch wissen wir über sein Wirken fast nichts. Später soll er das Bistum Köln gegründet haben und wurde dessen erster Bischof. Tatsächlich ist er als Teilnehmer auf Einladung des Kaisers Konstantin für die Konzilien in Rom (313) und Arles (314) nachgewiesen. Diese kaiserliche Einladung zeigt, dass Maternus ein hohes Ansehen genoss. Da auch in der Bischofsliste des Bistums Tongern sein Name zu finden ist, war er vermutlich auch dessen Gründer. Vermutlich starb er um 328.

Die Legende erzählt unter anderem, er sei mit dem heiligen Eucharius, dem ersten Bischof unserer Diözese (Fest: 09. Dezember) und dessen Nachfolger, dem heiligen Valerius (Fest: 29. Januar) vom heiligen Petrus selbst zur Mission nach Gallien und Trier geschickt worden. Auf ihrem Weg durch das heutige Elsass sei er erkrankt und dort bei Ehl (eine andere Überlieferung nennt Avolsheim) verstorben. Seine Gefähr-ten seien daraufhin nach Rom zurückgeeilt und hätten dort den Bischofsstab des heiligen Petrus erhalten, mit dessen Hilfe sie ihren toten Begleiter vierzig Tage nach dessen Tod zum Leben erweckt hätten. Mit dieser Erzählung sollte erklärt werden, warum der Papst nicht wie alle anderen Bischöfe einen eigenen Bischofsstab hat. Dieser Petrusstab kam erst nach Trier. Als im 5. Jahrhundert die Hunnen in unsere Heimat einbrachen, brachte man diesen Stab, der aus spätrömischer Zeit stammt, nach Metz, wo er Jahrhunderte verblieb, ehe der Kölner Bischof Bruno, Bruder Kai-ser Otto I., ihn für sein Bistum zurückverlangte. Schließlich stand dieses Teil in enger Beziehung zum Kölner Bistumsgründer Maternus. So kam der Stab nach Köln.
Wenige Jahre später konnte der Trierer Erzbischof Egbert, ein großer Förderer der Kunst seiner Zeit, seinen kölnischen Mitbruder überzeugen, wenigstens einen Teil des Stabes nach Trier abzugeben, das ja nach der Überlieferung noch ältere Ansprü-che darauf hatte. Für diesen Holzstab ließ Erzbischof Egbert von Goldschmieden eine wertvolle Hülle schaffen. In den Wirren der Französischen Revolution kam der Trierer Teil des Petrusstabes erst an das Haus der Herzöge von Nassau, die ihn dann 1827 dem neugegründeten Bistum Limburg schenkten, wo er sich bis heute befin-det.
Von Maternus wird zudem berichtet, dass nach seinem Tod zwischen Köln und Trier ein Streit ausbrach, wo der Gottesmann bestattet werden sollte. Ein Gottesurteil sollte die Lösung finden: man setzte in Köln den Leichnam des verstorbenen Bi-schofs auf einen Kahn, den man dann führerlos auf dem Rhein fahren ließ: in welche Richtung sich das Boot bewegte, dort sollte der Heilige seine letzte Ruhestätte fin-den. Wider Erwarten aber schwamm es nicht rheinabwärts, sondern in entgegen-gesetzter Richtung bis nach Rodenkirchen, wo das Gefährt an Land trieb. Damit war entschieden, Maternus sollte in Trier bestattet werden. Die Pfarrkirche des Lan-dungsortes selbst ist seit frühester Zeit Maternus geweiht.

Dieser wurde neben der Kirche des ersten Trierer Bischofs, St. Eucharius (die heute Abteikirche St. Matthias) in einer kleinen, ihm geweihten Kirche bestattet. Schon 760 ist dies belegt. Knapp 300 Jahre später, 1037 überführte Erzbischof Poppo von Babenberg, der damals den Trierer Dom renovierte und den Westchor errichten ließ, die Gebeine seines Vorgängers in den Dom. Die alte Maternuskirche neben St. Matthias (ehemals St. Eucharius) wurde im 18. Jahrhundert niedergelegt.
Dargestellt wird der Heilige meist mit zwei oder gar drei Mitren, die daran erinnern, dass er in Köln und Trier sowie Tongern Bischof war. Anstelle der Kopfbedeckung können auch drei Kirchenmodelle ihm zur Seite gestellt sein (siehe unser Titelbild) oder eine Kirche mit einer dreitürmigen Fassade. (Pfarrer Frank-Oliver Hahn)

Geschrieben von : Rainer Enser

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